Häkelnadel schnitzen

Eines Tages kam meine Schwester zu mir und fragte mich, ob ich ihr nicht eine Häkelnadel schnitzen könne. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt keine wirklichen Ambitionen für das Häkeln entwickelt hatte, musste mir erstmal erklärt werden worauf es ankommt. Der Durchmesser muss zum verwendeteten Material passen, der Haken muss dieses sauber halten und das ganze muss sehr glatt sein, damit nichts hängen bleibt. Die ersten Versuche waren dann auch in Teilen nachbesserungswürdig. Nachdem jedoch einige geschnitzt waren und diese auch bei anderen Damen vom „Fach“ gut ankamen, wusste ich schon recht gut was zu beachten war.

Häkelnadel
1. Haken zum Halten des Materials / hook to hold the material 2. Durchmesser passend zum Material / diameter matching the material 3. Genug Fläche zum Aufnehmen von Maschen / enough space for loops

Bevor man anfängt braucht  man vernüftiges Ausgangsmaterial, dafür eignen sich besonders sogenannte Schößlinge, das sind junge und gerade Triebe, von verschiedenen Bäumen oder Sträuchern. Man sollte unbedingt darauf achten das diese keinen Markkanal aufweisen, da sonst keine ordentliche Spitze herzustellen ist. Schließlich wollen wir Häkelnadeln herstellen und keine Strohhalme.

Alles beisammen, es kann losgehen / things we need together, let's get started
Alles beisammen, es kann losgehen / things we need together, let’s get started

Nachdem man entsprechedes Material organisiert hat, können wir uns um das aussehen kümmern. Ob man die Rinde drauf lässt muss jeder selbst entscheiden, teilweise schaut es optisch ganz nett aus. Das schöne am Schnitzen von Häkelnadeln ist, dass man kaum Werkzeug braucht, lediglich ein Schnitzmesser, etwas Schleifpapier in verschiedenen Körnungen und etwas Hartwachs-Öl für das Finish.

Wichtige Schnitte / important cuts
Wichtige Schnitte / important cuts

 

aller Anfang ist leicht
Erste Schritte / the beginning

 

grober Anfang / rough beginning
Wir arbeiten uns voran / we work ahead

 

Ich fange an die Rinde im vorderen Bereich mit der Messerklinge vorsichtig herunter zu schaben, dannach beginne ich grob die Spitze vorzuarbeiten. Der jetzt folgende Schnitt ist der wichtigste, er legt die Form des Hakens fest. Vorsichtig kerben wir also die Form des Hakens ein und beginnen dann langsam Material in der Schrägen herunterzunehmen. Diesen Vorgang wiederholen wir bis wir einen ausreichend tiefen Haken geformt haben. Im Anschluss verfeinern wir noch die entgültige Form und können uns dann mit dem Schleifen befassen. Dafür eignet sich 120er Schleifpapier hervorragend, mit 240er geben wir der Oberfläche noch mehr Glätte.

 

Fast fertig / almost done
Fast fertig, noch ein wenig Feinschliff / almost done, a little precision-grinding has to be done

 

 

Ich trage jetzt die erste Schicht Hartwachs-Öl auf und lasse sie ausreichend trocknen, sobald dies geschehen ist, schleife ich das ganze noch einmal fein nach. Mit den Körnungen des Schleifpapiers gehen wir jetzt noch weiter herauf, 400er oder 600er sind Ideal, wir sollten dann ein wunderbar glatte Oberfläche erhalten. Mit der zweiten Schicht Hartwachs-Öl schließen wir unsere Arbeiten ab. Nach dessen Trocknung kann man mit einem fusselfreien Tuch das Hartwachs aufpolieren und erhalten dann die entgültige Oberfläche. Glaubt mir, es ist gar nicht so schwer, versucht es einfach mal selber.

so schaut es jetzt aus
so schaut es jetzt aus
final crochet hook
Und so schaut sie im ganzen aus, ich habe die Rinde belassen, nur die Ast-Ansätze geschliffen.

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